Am Montag, den 22. August 2022 starteten Hilde, Christian, Daniel, Hans, Thomas, Reinhard und Wolfram von Koblenz mit einem Schweizer Zug nach Martigny und weiter mit einem Taxi nach Aosta.
Cogne - Refugio Vittorio Sella (4:30 h; 9,9 km; 1228 Hm; -172 Hm)
Von Aosta fuhren wir mit dem Bus nach Cogne. Wir gingen ins Valnontey-Tal und dann auf dem Weg – Alta Via 2 della Valle Aosta – im Nationalpark Gran Paradiso hinauf in Serpentinen zum Refugio Vittorio Sella, 2284 m.
Refugio Vittorio Sella - Rifugio Chabod (15,7 km; 8:55 h; 1538 Hm; -1219 Hm).
Von der Hütte wanderten wir auf dem Weg Nr. 2 zum Col.Lausson 3296 m. Hier machten wir Rast und genossen Traumblicke auf die schöne Bergwelt Richtung Monte Rosa und die Vanoise-Gipfel. Der Gran Paradiso bleibt durch die Punta del Tuff verdeckt. Unterwegs sind wir vereinzelten Gämsen und Steinböcken begegnet, die sich von uns nicht stören ließen. Dann ging es hinunter Richtung Valsavarenche und an einem Abzweig auf Weg Nr. 10A hinauf zum nächsten Pass. Wanderer trafen wir jetzt kaum noch. Der Bergpfad führt vorbei an einer verlassenen Alphütte zum Gletscher Gran Neyron, der sich weit zurückgezogen hat und so geht es über viel Moränenschutt. Nach einer Bachüberquerung kommt uns eine Wanderin entgegen und dann geht es steil zu einer Bergwand. Hier sind vermutlich wegen Hangrutschungen Zeichen verschüttet und daher ist der Wegverlauf kaum noch zu erkennen. Auch sind oberhalb erkennbare Eisentritt auf direktem Weg nicht zu erreichen. Seitlich im losen Gestein finden wir eine Aufstiegsmöglichkeit, in der wir vorsichtig aufsteigen. Wir erreichen ein Plateau auf festen Untergrund, finden dort die vertrauten Zeichen, eine gelbe Leiter und über einen leichten Klettersteig mit Drahtseilen und Eisentritten erreichen wir erschöpft den Colle Neyron Ovest, 3252 m. Entlang einer steilen Felswand und durch ein weites Tal geht es zum Rifugio Chabod, 2750 m. In der Hütte wurden wir freundlich, von der Wirtin auf Deutsch begrüßt. Als sie hörte, dass wir auf direktem Weg vom Rifugio Sella gekommen sind, war sie überrascht, dass wir nicht auf die unpassierbare Stelle hingewiesen wurden. Wer weiß, wie wir uns entschieden hätten, wenn wir gewarnt worden wären. Für erfahrene, trittsichere Bergsteiger ist die Stelle machbar.
Rifugio Chabod - Rifugio Savoia (16,7 km; 7:15 h; 965 Hm; -859 Hm)
Der weitere Weg führte durch leichte Talsenken Richtung Pont im Valsavarenche Tal. Nach einer Mittagsrast im belebten Tal ging es auf einsamen Bergpfaden steil hinauf zum Croix de l´Allorey. Hier war der letzte Aufstieg des Tages geschafft und weiter ging´s durch das Piano del Nivolet einem langgezogenen, schönen Hochtal bis zum Col de Nivolet. Hier erreichten wir das Rifugio Savoia, 2534 m, das am Ende einer Passstraße liegt, die vom Piemont hinaufführt.
Rifugio Savoia - Rifugio Benevolo (10,7 km;4:23 h; 610 Hm; -919 Hm).
Da ein Ende des Regens ausblieb, starteten wir verspätet bei leichtem Niesel. Das Donnern zur Begrüßung hörte auf, aber der Regen wurde stärker. Es gab kaum Wegzeichen, aber mehrfache Abzweige und so war der aufgezeichnete Track bei der Wegfindung sehr hilfreich. Der Bergpfad führte zwischen 2 Seen entlang, weiter über einen kleinen Sattel und nach einer Talsenke hinauf zum höchsten Punkt des Tages dem Col Rosset, 3023 m. Der Regen ließ nach und auf dem Joch kam uns eine Gruppe entgegen. Bei der Überquerung des Bergsattels musste auf dem durchweichten, rutschigen Boden vorsichtig gegangen werden. Da zwischenzeitlich der Regen ganz aufgehört hatte und die Wolken sich verzogen hatten, eröffnete sich ein herrlicher Blick in ein breites Tal und auch der weitere Wegverlauf im Bogen um einen Berg war gut zu erkennen. In der Ferne erkannte wir die Alpe la Grande Vaudala und hörten Kuhglocken. Als wir an einer Wegegablung ankamen, war die Landschaft wieder von Regenwolken verhüllt. Die Alpe war vom Nebel verschluckt und nur am Geläut der Kuhglocken konnten wir erahnen, dass wir nah an dem Gehöft, auf der anderen Seite eines Tals vorbei gingen. Ohne nennenswerte Höhenunterschiede führte der Weg am Hang entlang und bald war das Rifugio Benevolo, 2285 m, gelegen auf einem Hügel an einer Schotterpiste zu erkennen.
Rifugio Benevolo - Rifugio Bezzi (12,1 km; 6:50 h;1161 Hm; -1181 Hm)
Der Tag war wieder sonnig und es ging kurz nach der Hütte steil in Serpentinen hinauf zum Hochtal Comba, vorbei am See Goletta und darüber erstreckte sich die gleichnamige Gletscherwelt. Am Ende des Tals ging´s hinauf zum Colle Bassac Dere. Hier knapp über 3000 m machten wir in der Sonne Rast und genossen den Ausblick auf die umgebende Gletscher Welt. Gestärkt und ohne Rucksack gingen Hilde, Hans, Reinhard, Thomas und Wolfram auf den Becca della Traversiere, 3337 m. Hier, an der Grenze zu Frankreich hatten wir einen herrlichen Rundumblick. Wir sahen Christian, der auf direktem Weg zur nächsten Hütte vorgegangen war und Daniel, der einen Weg abseits oberhalb des Gletschers gefunden hat. Als wir am Rifugio Bezzi, 2284 Hm ankamen, waren die Tagesgäste gerade am Aufbrechen.
Rifugio Bezzi - Valgrisenche (17,5 km; 6:59 h; 914 Hm; -1521 Hm)
Es war Sonntag und es gab frisch getoastetes Weißbrot. Es war der letzte Tag im hochalpinen Gelände. Zuerst ging es noch mal hinauf auf einen Höhenweg der über mehrere namenlosen Scharten zum Rifugio de l‘ Epeé,2370 m führte. Die Hütte war voller Ausflügler und hier machten wir unsere Mittagsrast. Dann ging es hinab ins Tal über einen schönen Waldpfad zum Ort Valgrisenche,1650 m, den wir gegen 15 Uhr erreichten. Zur nächsten Übernachtung im Hotel Gran Paradiso in Pont Valsavarenche gelangten wir per Anhalter und mit einem Bus. Das Hotel Gran Paradiso war eine komfortable Unterkunft und das mehrgängige Abendmenu, serviert von einem netten Kellner war dem Preis angemessen. Da es von Pont keine vielversprechenden Bergtouren gab, erstellte Daniel eine Abschlusswanderung, um vom Ende dieses Tals, vom Ort Chevrere nach Aosta zu unserer Unterkunft zu wandern.
Chevrere Valsavarenche (23,8 km; 8:02 h;837 Hm;-1369 Hm)
Mit dem ersten Bus fuhren wir nach Chevrere und fanden gleich den Wanderweg, der eben über dem Aostatal durch einen Wald führte. Daniel schlug dann vor noch einen Bogen durch ein tief eingeschnittenes Tal zu einer Brücke zu gehen. Da Christian lieber direkt nach Aosta gehen wollte, wählte er einen anderen Weg. Wir vertrauten uns Daniel an, der uns auf immer neuen Pfaden, teils mit Abkürzungen weglos die Hänge rauf und runter führte. Wir kamen dabei an interessanten Punkten vorbei, wie wasserführende Kanäle, riesige Druckrohre zur Energiegewinnung, herrliche Aussichten auf die wilde Landschaft des Aostatals, seilgesicherte Pfade, eine Tunnelpassage. Dann sahen wir zum ersten Mal die Brücke und erkannten, dass es sich um einen alten römischen Viadukt handelt. Wir erreichten gegen Mittag beim Ort Pont d’Aël (Ortsteil von Aymavilles) die Brücke, die 60 m über den Wildbach Grand Eyvia am Eingang des Cogne-Tals liegt. Es war inzwischen heiß geworden und so suchten wir einen Wanderweg, der möglichst im Schatten von Wäldern Richtung Aosta führte. Dies gelang auch weitestgehend. Vor Aosta ging es durch Weinberge und Obstplantagen ins Tal hinunter, aber zum Glück waren in jedem Ort ausreichend Brunnen, an denen wir uns erfrischen konnten. Wir hatten dann einen Tag Zeit um ausgiebig Aosta, eine sehenswerte alte Stadt mit modernem Flair zu erkunden. Der gecharterte Kleinbus brachte uns wieder durch den Sankt Bernhard Tunnel nach Martiny und nach Mitternacht kamen wir in Koblenz an mit vielen schönen Eindrücken von einer erlebnisreichen Tour im Aostatal. Es werden auch alle Berghütten in guter Erinnerung bleiben, die alle ihren eigenen, traditionellen Charakter bewahrt haben und in denen wir stets gut mit mehrgängigen Abendmenus versorgt wurden-
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