Diese Trekking- Ortler- Umrundung führt durch die malerischen Täler wie das Ulten-, Rabbit-, Martell-, Sulden- und Trafoital. Start war das Stilfserjoch, der höchste Gebirgspass in Südtirol mit 2.757m. Wir bewegten uns um den höchsten Berg Tirols, den Ortler (3.905m), der im Nationalpark Stilfserjoch liegt, welcher zu den größten Naturschutzgebieten Europas zählt.
Wir durchwanderten viele Landschaften und Vegetationszonen, bunte Blumenwiesen und herrlich grüne Almlandschaften in dieser Woche und nutzten dabei Gebirgspfade, gut begehbare Alpinwege, Passwege sowie alte Schmugglerpfade. Faszinierende Rundblicke auf die markante 3.000er Bergwelt, die endlosen Gletscher rund um dem Bergriesen Ortler und schließlich das südliche Klima Südtirols, all das erwartete uns in dieser Woche.
So war die Ausschreibung unserer Gemeinschaftstour „Rund um den Ortler“.
Aber manchmal kommt es anders als man denkt.
Nachdem wir in den frühen Morgenstunden mit dem DAV Bus in Richtung Südtirol starteten, gönnten wir uns um die Mittagszeit eine Pause am Reschenpass.
Plötzlich klingelte das Telefon, Werner und Andrea erzählten uns ganz aufgeregt, dass die Berglhütte (2.188 m), unsere erste Unterkunft, geschlossen sei. Die beiden waren bereits vor Ort. Schnell konnten wir mit dem Hüttenwirt das Problem klären.
Er hatte uns eine Woche später erwartet. Die Hütte sei geschlossen, da es auf dem „Meraner Weg“, der zum Ortler und auch zur nächsten Hütte führt, einen Erdrutsch gegeben hatte. So stieg der Hüttenwirt extra auf, um uns zu beherbergen.
Der 2. Tag führte uns über den Meraner Weg zur Tabaretta Hütte (2.556 m). Andrea hatte die Lage am Erdrutsch bereits am vorherigen Tag gecheckt. Da sie kein Problem darin sah, diesen zu überwinden, vertrauten wir ihr und nahmen die kritische Stelle in Angriff und konnten sie ohne Probleme umgehen. Es ging immer weiter bergauf zur Tabaretta Scharte (2.903 m). Andrea, Conny, Angelika, Frank und Norbert stiegen von dort auf zur Payer Hütte (3.029m), Sie ist der Standpunkt für die Ortlerbesteigung auf dem Normalweg. Werner, Elisabeth und ich gingen direkt weiter übers Bärenjoch (2.871 m) zur Tabaretta Hütte, welche direkt unter der mächtigen Ostwand des Ortlers liegt.
Tag 3 führte uns von der Tabaretta Hütte über die K2 Hütte zur Langensteinhütte. Hier beginnt der Morosiniweg, ein wunderschöner Panoramaweg, rechts von uns die gewaltige Ortler Ostwand, links das Suldental. Beim Morosiniweg handelt es sich um einen etwa einstündigen Höhenweg, der nach dem Wiener Bergsteiger Nikolaus Morosini benannt wurde. Er führt, teilweise seilversichert, über Moränenschutt, grün bewachsenes Gelände sowie eine Geröll- und Schrofenflanke bis hinauf zur Hintergrathütte (2.661m).
Die Hintergrathütte wird seit mehr als 30 Jahren von der Familie Gutgsell geführt und ist der Ausgangspunkt für die Ortlerbesteigung über den Hintergrat.
Auch wird sie jährlich von einer berühmten Frau aus Deutschland besucht. Wir verraten nicht, wer sie ist 😊
Conny, Frank, Norbert, Angelika und ich erkundeten noch die Suldenmoränen und den Gletscher in Nähe der Hütte.
Andrea, Werner und Elisabeth zogen es vor, es sich auf der Hütte gemütlich zu machen. Im Übrigen gab es hier den besten Zirbenschnaps, den wir auf der Tour getrunken haben. Es folgte ein lustiger Abend.
Am nächsten Morgen verabschiedeten sich Andrea und Werner, da sie aus persönlichen Gründen nach Hause mussten.
Gemeinsam gingen wir noch zur Mittelstation der Suldenbahn. Dort trennten sich unsere Wege. Die Übrigen stiegen über Skipisten auf zur Madritschhütte und weiter zum Madritschjoch (3.123 m).
Am Joch beginnt der Aufstieg auf die hintere Schöntaufspitze (3.325 m), dem höchsten Punkt der gesamten Tour. Einen schöneren Platz für eine Brotzeit ist wohl kaum zu finden. Wir saßen direkt gegenüber dem Suldener Dreigestirn Ortler, Zebru und Königsspitze, dazu noch der Doppelgipfel von Zufallspitze und Cevedale sowie östlich die Dreitausender mit Köllkuppe und Veneziaspitzen bis hin zum Hasenörl. - Insider kennen Geschichten vom Haselörl, fragt mal Conny :-)
Jetzt begann der lange Abstieg ins Martelltal, eines der schönsten Täler Südtirols, bis zur Zufallhütte (2.265 m), dem Stützpunkt für die nächsten 2 Tage. Sie liegt auf einem Hochplateau am hinteren Ende des Martelltals.
Uli der Hüttenwirt empfing uns gut gelaunt mit einem Hausbrand. Überhaupt war das gesamte Team der Zufallhütte spitze, immer gut gelaunt und freundlich. Wir setzten uns erst einmal in die gute Stube. Das führte bei mir zu Erinnerungen an Bergtouren, die ich früher mit meinen Eltern unternommen hatte. Es wurde ein schöner Abend mit viel Spaß.
Auf der Hütte waren 2 Übernachtungen eingeplant. Daher konnten wir uns den Luxus leisten, mit dem Tagesrucksack die nächste Bergtour anzugehen.
Ziel war ein Rundweg über die Martellerhütte und zurück.
Nach der kleinen Bergwanderung genossen wir das tolle Panorama auf der Terrasse der Zufallhütte mit Südtiroler Spezialitäten.
Am Dienstag war unser Ziel die Dorigoni Hütte im Rabbital.
Doch leider kam es anders. Elisabeth, Conny und mir ging es gesundheitlich gar nicht gut. So kam der Entschluss für den Abstieg. Da wir eine tolle Gruppe waren, beschlossen Angelika, Norbert und Frank: Wir steigen alle ab und fahren nach Hause. Sicher brachten die 3 uns zurück nach Koblenz. Ganz lieben Dank an euch.
Wollt ihr auch bei einer so tollen Gruppe dabei sein? Meldet euch, vielleicht sehen wir uns auf einer der nächsten Touren der Bergsteigergruppe.
PS: Klar ist doch, dass die Tour noch zu Ende gegangen wird.
Start ist wo? Natürlich auf der Zufallhütte.
Jutta
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