Das waren die Bemerkungen, die auf unserer diesjährigen Hüttentour immer wieder gemacht wurden. Aber mehr dazu später
Nachdem wir im letzten Jahr, wir berichteten, unsere Bergtour im Martelltal abrechen mussten, konnten wir sie in diesem Jahr zu Ende führen.
Start auf der Zufallhütte mit 4 Übernachten.
„Die Zufallhütte liegt im Hinteren Martelltal in der Ortlergruppe und im Reich der 3.000er des Cevedale Massivs im Martelltal auf 2.265 m. Das Martelltal liegt im Stilfser Joch Nationalpark und ist umgeben von den Bergen des Cevedale- und Ortlermassivs. Es gehört zu den schönsten Seitentälern und Skitourengebieten Südtirols.
Schöpfen Sie hier Kraft, genießen Sie das grandiose Rundumpanorama auf die faszinierende Gletscherregion und erleben Sie die atemberaubende Bergwelt der Ortlergruppe.
Wenn Sie das Besondere suchen, sind Sie bei uns richtig.“ (Quelle: Zufallhütte)
Genau das können wir bestätigen. Auf der Zufallhütte passt alles. Toller Hüttenchef, tolles Personal, tolles Essen (hier wird jeder satt)
Aber auch ein tolles Tourengebiet.
Der erste Tag führt uns auf die Vordere Rotspitze (3.033 m). Von der Zufallhütte aus über einem schönen Rundweg. Nachdem wir über die Plimaschlucht sind, waren wir schnell über der Baumgrenze. Der Weg wurde immer steiler und windete sich über Serpentinen durch das geröllige Gelände. Die letzten 150 Meter bis zum Gipfel ging durch eine steile Rinne, die mit einem Seil gesichert ist.
Am Gipfelkreuz erwartete uns 360 Grad Bergpanorama. Der Zufrittsee am Fuße der Berge, die Gramsenferner mit der Hinteren Schranzspitze, der Veneziakamm und die Ortlergruppe in der Ferne.
Dann ging es die Felsrinne wieder runter, weiter über eine wunderschöne gletschergeprägte Landschaft. Vorbei an der Staumauer und zurück zur Hütte. Dort ließen wir den Tag auf der Terrasse ausklingen.
Stefan wurde leicht ungeduldig, hatte er doch großen Hunger. Naja, wenn er zur Diva wird.
Aber Uli und sein Team konnten ihn beim Abendessen schnell ruhigstellen. Gab es doch immer wieder Nachschlag.
Am nächsten Tage war die Madritschspitze (3.265 m) unser Ziel. Wieder an der Staumauer vorbei, jetzt aber entlang des Butzenbaches. Kurz hinter der Brücke des Baches rechts rein ins Butzental. Der Weg ist überwiegend weglos und durch Steinmännchen gekennzeichnet. Am Gipfel saßen wir direkt gegenüber dem Dreigestirn, Orter, Zebru und Königspitze. Dazu der Doppelgipfel Zufallspitze und Cevedale.
Der 4. Tag sollte eine Wellnessrunde werden, die 3 Täler Tour war geplant. Hatten wir doch 2 Tage mit mehr als 1.000 Höhenmeter, teilweise im weglosen Gelände. Mehr oder weniger eine Halbtagestour sollte es werden, da wir im Nachmittag noch den Klettersteig in Nähe der Hütte gehen wollten. Naja, es kam anders.
Es war so schön, dass wir den Weg immer weiter ausbauten. Von der Hütte aus ging es ins Madritschtal, weiter Richtung Vertainen. Hier widmeten wir uns der Karte und dem Kompass, wollten wir doch das Sallentjoch finden, wo wir am kommenden Tag drüber wollten. Danach weiter ins Pedertal, weglos aufs Pederköpfl (2.586 m) über die Lyfialm zurück zur Hütte. Nachdem wir dann den ganzen Tag unterwegs und es wieder über 1.000 Höhenmeter waren, wurde es mal wieder zu spät für den Klettersteig.
Nix mit Wellness und nix mit Klettersteig.
Am fünften Tag ging es dann über das Sallentjoch (2.965 m), die besagte Scharte, die am Tag zuvor mit der Karte und Kompass bestimmt wurde, zur Dorigoni Hütte
(2.436 m). Bis zu den Bergseen ein schöner Aufstieg mit wechselhaftem Gelände. Danach ging es los: Blockgelände so weit das Auge reichte, es war kein Ende in Sicht. Oben angekommen wartete die nächste Überraschung auf uns. Ein Abstieg durch eine Wand, komplett ohne Seilversicherung. Freies Abklettern im 1. und 2. Grad.
Nach einer kurzen Pause folgte eine lange Wanderung durchs wunderschöne liebliche Rabbital zur Dorigoni Hütte
Am Abend wurden wir mit einem sehr guten Dreigang Menü überrascht, welches man auf einer Hütte mit Hubschrauberbelieferung nicht erwartet hätte. Und den Nachschlag gab es auch wieder, direkt aus den Kochtöpfen auf die Teller.
Die Hüttenwirtin beriet jede Gruppe ausführlich über die Möglichkeiten der Weiterwanderungen und gab detaillierte Auskunft über Wege und auch über das Wetter.
Hier hätten wir ruhig eine Nacht länger bleiben können.
Am nächsten Morgen wurde dann der Weg vom Rabbital ins Ultental zur Höchsterhütte am Grünsee (2.560 m) in Angriff genommen. Unser Weg führte uns durch Schwarzseejoch (2.825 m) auf den Gleck (2.957 m) Das Panorama vom Gleck sollte man sich nicht entgehen lassen. Die Haselgruber Seen, die Brenta und die Ortler Gruppe liegen vor einem.
Hier trennte sich dann die Gruppe. Angelika, Conny, Elisabeth und Norbert folgten der Direkttissima zur Höchster Hütte.
Stefan, Rolf, Frank und Jutta wählten den Weg über die Haselgruber Hütte (2.425 m) und übers Kirchberjoch (2.789 m) zur Höchsterhütte. Es war eine lange anspruchsvolle Tour, mal wieder mit über 1.000 hm.
Am Abend gab es wie gewohnt ein Dreigangmenü - und wieder mit Nachschlag, direkt aus den Kochtöpfen.
Am vorletzten Tag wollten wir zur Zufrittspitze (3.439 m). Nachdem wir lange Zeit nur über Blockgelände stiegen, entschlossen wir, das macht keinen Spaß, das brauchen wir nicht. Also beschlossen wir abzusteigen und den Tag auf der Höchster Hütte ausklingen zu lassen. Domenikus, der Hüttenwirt, servierte uns auf der Sonnenterrasse seine hausgemachten Spezialitäten, wobei auch der hauseigene Schnaps nicht fehlen durfte. "Herbert" (ihr seht ihn auf dem 3.Foto im Hintergrund aufdem Tisch stehen) hob immer brav seine Südtiroler Schürze um uns den Schnaps ........ na ihr könnt es euch sicher denken :-)
Frank und Jutta mussten noch einmal hoch zur Zufallhütte, da dort unsere Klettersteigsets deponiert waren. Da wir schon mal da waren, haben wir den Klettersteig noch mitgenommen.
Fazit: Herrliches Wetter, eine lustige Truppe. Die Gastfreundschaft der Hütten, sowie das Essen in Südtirol ist eine Reise wert.
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