Unter dem Motto „achtsam und entschleunigt wandern“ sind wir in 13 Tagen (8 ½ Etappen plus Pausentage) von der Quelle am Formarinsee bis zum Fall in Füssen unterwegs gewesen.
Teilnehmer*innen v.l.n.r.:
Magdalena, Doris, Harald (Sektion Aachen), Elisabeth, Dieter, Anja, Ursula, Gabi
Nachdem Elisabeth und Dieter alle Mitwandernden (Doris, Gabi, Ursula, Anja und Magdalena) rund um Koblenz eingesammelt hatten, sind wir nach sechsstündiger, angenehmer Fahrt in Rieden (bei Füssen) angekommen.
Nach Bezug unserer Zimmer im rustikalen und hübschen Gasthof Rössle machten wir einen Spaziergang mit anschließender Einkehr am Forggensee. Dabei konnten wir uns einen ersten Eindruck von der Schönheit der Gegend und von dem verschaffen, was uns in den nächsten knapp zwei Wochen erwarten würde.
Bei hochsommerlichen Temperaturen ließen wir den Abend gemeinsam mit Harald, der zuletzt auf zwei Rädern zu uns gestoßen war, bei Pizza und Wein in Füssen gemütlich ausklingen.
Der Start in den zweiten Tag begann, nach einem ausgiebigen Frühstück um 09:00 Uhr ab Gasthof Roessle. Mit dem Sektionsbus fuhren wir durch eine grandiose Landschaft bis nach Lech am Arlberg. Von dort ging es weiter mit dem Dorfbus immer am Lech entlang bis zur Endstation am Formarinsee auf 1844 Metern Höhe. Unterwegs musste der Busfahrer ständig durch Betätigen der Scheibenwischer Kühe von der Straße scheuchen. Erstaunlicherweise funktionierte es.
Vom Formarinsee startete die Wanderung über einen kurzen Steig (nur für geübte 😊) zur Freiburger Hütte. Nachdem wir dort eingecheckt und ein kaltes Getränk genossen hatten, erfolgte die Wanderung von der Hütte zum Steinernen Meer. Wegen aufkommendem Regen (incl. Leichtem Hagel) traten wir nach etwa einer Stunde Gehzeit wieder den Rückweg an.
Bei noch sommerlichen Temperaturen genossen wir das ausgiebige Abendessen mit atemberaubender Aussicht auf die umliegenden Berge.
Heute starteten wir um 8 Uhr von der Freiburger Hütte zur ersten Etappe des Lechwegs. Da wir das Steinerne Meer am Vortag nicht vollständig gehen konnten, holten wir diesen Abschnitt nach. Die Strecke war anspruchsvoll, wurde aber mit tollen Ausblicken belohnt. Die Murmeltiere waren deutlich zu hören, für ein Fotoshooting jedoch nicht zu gewinnen.
Unterwegs vermittelte uns Dieter wichtige Informationen zu Notfällen und Notrufnummern. Mit etwas Verspätung erreichten wir den eigentlichen Lechweg, auf dem es deutlich entspannter weiterging.
In Lech angekommen, stiegen wir in den Sektionsbus und fuhren zu unserer Unterkunft in Steeg, wo wir die kommenden 4 Tage Quartier bezogen. Im Gast zum Schwarzen Adler wurden wir mit einem hervorragenden Fünf-Gänge-Menü belohnt – und durften uns auch in den kommenden Tagen darauf freuen.
Die zweite Etappe begann mit einer Busfahrt (ÖPNV) nach Lech. Von dort startete unsere Wandergruppe auf dem Lechweg in Richtung Warth.
Gleich zu Beginn führte uns der Weg durch die beeindruckende Alpenlandschaft. Eine erste Rast legten wir in einem gemütlichen Alpengasthof ein, wo eine erfrischende Johannisbeerschorle für neue Energie sorgte.
Anschließend führte die Wanderung im Wechsel durch schattige Waldabschnitte und offene Wiesenflächen weiter. Ein besonderes Naturerlebnis erwartete uns an einem Seitenarm des Lechs: Trotz Sommerlicher Temperaturen von 27 Grad waren dort noch mächtige Eisschollen zu sehen. Dieses außergewöhnliche Naturschauspiel beeindruckte die gesamte Gruppe und lud zu Verweilen und Stauen ein.
In Warth angekommen, traten wir die Rückfahrt mit dem Linienbus zu unserem Gasthof in Steeg an.
Frisch geduscht und mit einer Nachmittagsjause gestärkt, machten wir uns anschließend auf einen kurzen Spaziergang zu einem Wasserfall, der direkt hinter dem Gasthof gelegen war. In unmittelbarer Nähe befand sich zudem eine liebevoll angelegte Kneipanlage, die von uns gerne genutzt wurde und für eine angenehme Erfrischung sorgte. Abschließend wurden für alle Interessierten noch Dehn- und Yogaübungen angeboten, bevor es zum ausgesprochen leckeren Abendessen ging.
Heute Morgen ging es mit dem Linienbus nach Warth, dem noch im Vorarlberg gelegenen Ausgangspunkt unserer 3. Etappe.
Nach dem Besuch der Kirche in Warth und einigen interessanten Informationen über die Walser, die uns Dieter näherbrachte, begann unsere Wanderung auf etwa 1500 Metern Höhe durch eine traumhaft schöne Gebirgslandschaft. Abseits des Lechs und fernab größerer Besucherströme konnten wir die beeindruckende Natur in Ruhe und in vollen Zügen genießen.
Die bis zum Mittag erreichten 30 Grad waren wider Erwarten gut zu ertragen. Regelmäßige Trinkpausen sorgten dafür, dass die Wanderung weniger anstrengend war als zunächst befürchtet.
Im letzten Drittel der Strecke führte uns der Weg wieder direkt am Lech entlang. An der sogenannten „Waldtankstelle“ für durstige Wanderer spendierte Dieter für alle ein herrlich gekühltes Getränk. Die Flaschen lagen in einem mit kaltem Wasser durchspülten Holzbrunnen und waren die perfekte Erfrischung an diesem warmen Wandertag. Was für ein Genuss!
Der Wandertag endete ohne Linienbus direkt bei unserem Hotel, wo die Nachmittagsjause und das köstliche Abendessen für den wohlverdienten Tagesausklang sorgten.
Aufgrund der steigenden und schweißtreibenden Temperaturen entschied sich Dieter nach Rücksprache mit der Gruppe, heute eine etwas geruhsamere Wanderung mit einer Gondelfahrt zu verbinden.
Der Start der Wanderung erfolgte direkt von unserem Gasthof in Steeg aus und führte uns auf leichtem Weg immer am Lech entlang bis nach Holzgau. In Holzgau besichtigten wir die Kirche und staunten über eine Besonderheit. An den Häusern gab es keine Hausnummern mit entsprechendem Straßennamen wie wir das Kennen. Stattdessen wurden die Häuser nach Ihrem Erbauungsdatum durchnummeriert.
Anschließend fuhren wir mit dem Sektionsbus zur Jöchelspitzbahn, mit der wir bequem auf 1763 Meter Höhe hinaufgebracht wurden. Dort wanderten wir durch herrliche Almwiesen mit einer beeindruckenden Vielfalt heimischer Blumen bis zum leicht zu erreichenden Lachenkopf auf 1900 Metern Höhe. Unterwegs besichtigten wir ein kleines, am Weg liegendes Bergheumuseum mit historischen Gerätschaften, die teilweise noch im vergangenen Jahrhundert im Einsatz waren.
Für alle Interessierten bot Dieter noch ein Trittsicherheitstraining bis zur Jöchelspitzbahn an. Von dort brachte uns die Seilbahn wieder ins Tal, von wo wir dann mit dem Sektionsbus die Rückfahrt zu unserer Unterkunft antraten.
Heute führte uns die fünfte Etappe des Lechwegs ab Holzgau in Richtung Häselgehr.
Vor dem Start bewunderten wir in Holzgau die mit Lüftlmalerei verzierten Häuser, Danach ging es zunächst etwas abseits des Lechs durch schattige, abwechslungsreiche Wälder. Ein Höhepunkt war die beeindruckende Hängeseilbrücke in Holzgau, die alle Teilnehmenden trotz der Höhe souverän überquerten.
Die ersten rund neun Kilometer verliefen durch die idyllische Waldlandschaft, die letzten drei Kilometer entlang des Lechs und überwiegend auf Asphalt.
Wegen der hohen Temperaturen und einer angekündigten Gewitterfront entschieden wir uns am späten Mittag, nicht wie geplant bis Häselgehr zu wandern. Stattdessen ließen wir die Etappe bei erfrischenden Kaltgetränken in Elbingenalp ausklingen und fuhren von dort mit dem Linienbus zu unserer Unterkunft zurück.
Mit dem Sektionsbus fuhren wir von Steeg zum Gasthof Föhrenhof in Stanzach (unserem 4. Quartier). Von dort starteten wir die 6. Etappe der Einfachheit halber in entgegengesetzte Richtung von Stanzach über Elmen bis nach Häselgehr.
Der abwechslungsreiche Wanderweg verlief über Wiesen, durch Wälder und entlang mehrerer Bachläufe. Für den Rückweg nutzen wir wieder den stündlich verkehrenden Linienbus.
Heute stand die 7. Etappe des Lechwegs auf dem Programm. Direkt von unserem vierten Quartier, dem Föhrenhof in Stanzach, starteten wir unsere Tour. Mit fast angenehm kühlen 24 Grad ging es diesmal überwiegend flach direkt entlang des Lechs.
Das absolute Highlight des Tages war das unglaubliche Türkis des Baggersees bei Weißenbach – eine Farbe, die fast schon unwirklich wirkte und uns sofort begeisterte.
Nach rund drei Stunden Gehzeit erreichten wir die Dorfmitte in Weißenbach. Von dort konnten wir wieder mit dem Linienbus zurück zu unserer Unterkunft nach Stanzach fahren und den Wandertag entspannt ausklingen lassen.
Mit dem gepackten Sektionsbus verließen wir den Föhrenhof und fuhren zum Wanderstart nach Weißenbach. Hier begann unsere 8. Etappe und führte uns über Wängle bis nach Reutte.
Der Aufstieg zur Costarieskapelle auf 1160 Metern Höhe war abwechslungsreich und bot noch einmal unterschiedlich schwierige Wegabschnitte. Der Platz an der Kapelle lud zu einer ausgiebigen Pause ein.
In Reutte angekommen, fuhren wir mit dem Linienbus zurück nach Weißenbach, stiegen dort in den Sektionsbus und erreichten schließlich Rieden. Dort bezogen wir für die letzten vier Tage Quartier im Gasthof Roessle (unsere Unterkunft vom Anreisetag).
Nach einem unfreiwilligen Pausentag wegen starker Regenfälle traten wir unsere letzte Etappe von Pflach nach Füssen einen Tag später an. Bei nun wieder sonnigem Wetter und angenehmen 20 Grad führte uns der Weg zunächst durch Wälder und beeindruckende Felsformationen.
Unterwegs galt es, einige kleine Kletterpassagen zu meistern. Dabei gab uns Dieter mit seiner ruhigen und umsichtigen Art wertvolle Anleitungen, sodass alle sicher und unverletzt ankamen.
Das besondere Highlight dieses Tages war der Weg entlang des Alpsees mit einer sensationellen Aussicht auf die beiden Schlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau.
Am Ende des Tages erreichte unsere Gruppe stolz und zufrieden den Lechfall, das Ziel unserer Wanderung.
Damit liegen zwei großartige Wanderwochen hinter uns. Insgesamt haben wir dabei rund 138 km zurückgelegt – teilweise bei sehr hohen Temperaturen.
Bevor es am Samstag wieder nach Hause ging, blieb für alle noch der Freitag zum Chillen, Shoppen und Sightseeing in Füssen.
Bericht: Ursula Seiffarth und Magdalena Krüll Bilder: Dieter Pelikan
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