Teaser | © Uwe Henning

Schneeschuhbergsteigen als neues Winterangebot

22.03.2026

Am 19. März 2026 haben Achim Weiler und Uwe Henning ihre Ausbildung zum Trainer C Schneeschuhbergsteigen erfolgreich abgeschlossen. Voraussetzung für die Teilnahme an diesem zweiteiligen Lehrgang war die Qualifikation als Wanderleiter. 

Der Deutsche Alpenverein hat die Ausbildung vor zwei Jahren grundlegend überarbeitet und die frühere Zusatzqualifikation zu einer eigenständigen Trainer-C-Ausbildung weiterentwickelt. Damit reagiert der DAV unter anderem auf die gestiegenen Anforderungen in den Bereichen Tourenplanung, Gruppenführung und insbesondere Lawinenkunde.

Dass diese Weiterentwicklung sinnvoll ist, zeigt auch der vergangene Winter: Seit Oktober 2025 sind 126 Menschen in europäischen Gebirgen durch Lawinen ums Leben gekommen – so viele wie seit Jahren nicht mehr.

Was ist Schneeschuhbergsteigen?

Schneeschuhbergsteigen ist eine Form des winterlichen Bergsports, bei der man sich mit Schneeschuhen abseits präparierter Wege im freien Gelände bewegt. Es verbindet die klassische Bergwanderung mit winterlichen Anforderungen: Orientierung im Schnee, sicheres Bewegen in alpinem Gelände sowie Kenntnisse über Lawinengefahr und Wetter.

Im Gegensatz zum Skitourengehen ist keine Skitechnik erforderlich, wodurch der Einstieg vergleichsweise niedrigschwellig ist. Gleichzeitig erfordert Schneeschuhbergsteigen jedoch eine fundierte Ausbildung und verantwortungsbewusstes Handeln, insbesondere im Umgang mit alpinen Risiken.

Vom Mitmachen zum eigenen Angebot

In den vergangenen Jahren hatten unsere Mitglieder die Möglichkeit, an Ausbildungsangeboten der Sektion Rhein-Sieg teilzunehmen. Diese waren jedoch häufig mit Hotelübernachtungen verbunden – eine finanzielle Hürde, die nicht für alle in Frage kam.

Daraus entstand die Idee, ein eigenes Winterangebot innerhalb unserer Sektion Koblenz zu entwickeln.

Neues Ausbildungskonzept

Im Rahmen einer gemeinsamen Schneeschuhwoche im Vinschgau im vergangenen Jahr wurde ein neues Konzept erarbeitet. Ziel ist es, ein attraktives Angebot für ein breiteres Publikum zu schaffen.

Ein zentraler Baustein ist die Verlagerung der theoretischen Inhalte – insbesondere der Lawinenkunde und der Lawinenverschüttetensuche – nach Koblenz. Dadurch entsteht vor Ort in den Bergen mehr Zeit für praktische Ausbildung und Tourenerlebnisse.

Erprobt wurde dieses Konzept bereits erfolgreich im Januar bei einem viertägigen Aufenthalt im Tannheimer Tal. Die Teilnehmenden trafen sich zuvor Mitte Dezember zu einer mehrstündigen Ausbildung, bei der sie die Grundlagen der Lawinenkunde sowie den Umgang mit Notfallausrüstung (LVS-Gerät, Sonde, Schaufel) und Schneeschuhen kennenlernten. Dieser Vorbereitungsteil war Voraussetzung für die Teilnahme an der Ausfahrt.

Die Unterkunft vor Ort – das Haldenseehaus, eine Selbstversorgerhütte der Sektion Göppingen – erwies sich als idealer Ausgangspunkt. Frischer Neuschnee kurz vor der Anreise und sonniges Wetter sorgten für beste Bedingungen und eindrucksvolle Tourentage.

Ausblick auf 2027

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Trainer-C-Ausbildung richtet sich der Blick nun nach vorne: Für 2027 sind zwei Ausbildungsfahrten geplant.

  • Ende Januar 2027: Schneeschuh-Ausbildungstage am Haldenseehaus im Tannheimer Tal
  • Anfang März 2027: Ausbildungswoche im Obernberger Tal (Brennerregion)

Aufgrund der längeren Anreise ist für das Obernberger Tal eine einwöchige Veranstaltung vorgesehen.

Die detaillierten Ausschreibungen mit Teilnahmevoraussetzungen und Inhalten werden bis zum Sommer veröffentlicht.

Wir freuen uns darauf, dieses neue Winterangebot gemeinsam mit euch in der Sektion Koblenz zu etablieren!