Imposante Kulisse am See | © DAV Koblenz

Sechs Tage auf dem Schladminger Tauern Höhenweg

Bergseen, Gipfel und ein verborgenes Bergwerk

15.08.2026

Neun Bergbegeisterte der Wandergruppe unserer Sektion im Alter von 18 bis fast 70 Jahren machten sich auf den Weg zu einer sechstägigen Tour auf dem Schladminger Tauern Höhenweg.

Nach einer Übernachtung in einem Hostel in Schladming starteten wir bei strahlendem Sonnenschein in unser gemeinsames Bergerlebnis.

Bereits die erste Etappe hatte viel zu bieten: Mit der Hochwurzen-Bahn ging es hinauf auf über 1.800 Meter. Von dort führte der Weg über aussichtsreiche Bergrücken mit ständigem Auf und Ab in Richtung Giglachseehütte. Ein besonderes Highlight war der Brettersee, dessen kristallklares Wasser für eine herrliche Abkühlung sorgte. Nach 12 Kilometern und rund 900 Höhenmetern erreichten wir unser erstes Etappenziel.

Der zweite Tag führte uns zu einem echten Geheimtipp. Abseits der eigentlichen Route besuchten wir ein stillgelegtes Bergwerk, das nur mit einem kleinen Umweg erreichbar war. Nach der Abzweigung vom Hauptweg waren wir nahezu allein unterwegs und mussten den Pfad zunächst suchen. Steinmandln wiesen uns schließlich den Weg über die Vetternscharte, von der wir bereits auf die Zinkwand blickten, an deren Fuß sich der Eingang zum Bergwerk befand.

Besuch eines stillgelegtes Bergwerkes

Unterhalb des Stollens erinnerten die Reste alter Knappenhäuser an das harte Leben der Bergleute. Der seilversicherte Einstieg verlangte vollen Körpereinsatz. Mit Stirnlampen ausgerüstet erkundeten wir die engen Gänge und stiegen über Leitern tief in das Bergwerk ein. Schautafeln und historische Überbleibsel machten die Geschichte dieses Ortes lebendig. Eine besondere Überraschung erwartete uns im ehemaligen Aufenthaltsraum der Bergleute: ein herrlicher Ausblick sowie kleine Köstlichkeiten und ein Schluck Hochprozentiges. Nach rund einer halben Stunde hatten wir das Bergmassiv durchquert. Ein Teil der Gruppe wählte anschließend den direkten Weg zur Hütte, während andere noch die Zinkwand mit über 2.400 Metern bestiegen – ein aufregender und abwechslungsreicher Tag.

Frühe Gewitter

Über die Keinprechthütte führte uns der Weg weiter zur Gollinghütte. Dort stand die wohl spannendste Etappe der Woche bevor. Die Wettervorhersage kündigte Gewitter bereits für die Mittagsstunden an, sodass wir schon um 7 Uhr aufbrachen. Die Gruppe teilte sich: Eine Variante führte über den Riessachsee zur Preintalerhütte, die andere über den anspruchsvollen Greifenberg mit über 2.600 Metern und vorbei an zahlreichen Bergseen. Was beide Gruppen verband, war der Sprung ins eisklare Wasser und die nahezu zeitgleiche Ankunft an der Hütte. Lediglich rund 20 Minuten mussten wir warmen Regen ertragen, bevor wir den Nachmittag in der idyllisch gelegenen Preintalerhütte genießen konnten.

Die letzte volle Etappe zur Hans-Wödl-Hütte erwies sich als landschaftlicher Höhepunkt der Tour. Besonders der glasklare Obersee und die traumhaft gelegene Hütte hinterließen bleibenden Eindruck. Am letzten Tag hieß es nach einem kurzen Abstieg Abschied nehmen. Mit unzähligen Eindrücken, großartigen Naturerlebnissen und vielen gemeinsamen Erinnerungen kehrten wir nach Hause zurück.

Fazit

Der Schladminger Tauern Höhenweg hat uns eindrucksvoll gezeigt, wie vielfältig die Schladminger Tauern sind: aussichtsreiche Höhenwege, stille Bergseen, anspruchsvolle Gipfel, historische Spuren des Bergbaus und urige Hütten. Vor allem aber war diese Tour ein schönes Beispiel dafür, dass Berggemeinschaft generationenübergreifend funktioniert – vom jüngsten bis zum ältesten Teilnehmer.

 

Text und Bilder: Uwe Henning