Burgruine Greifenstein | © DAV Koblenz

Wandergruppe: Wanderung Greifenstein-Schleife mit Übernachtung

26.07.2026

2-tägige Streckenwanderung auf der Wällertour „Greifenstein-Schleife“ mit Übernachtung im CVJM-Freizeitzentrum Rodenroth.

Wanderleitung: Willi Bresgen/Dirk Neinaß
(37 km, 850 hm, 11 Teilnehmer)

Tag 1: Rehe – Krombachtalsperre – Windpark Knoten – Leyenbach-Wasserfall - CVJM Freizeitzentrum Rodenroth

Tag 2: Rodenroth – Christköppelchen - Ulmbachtalsperre – Greifenstein – Fleisbachtal – Katzenstein – Dilltal - Herborn (Süd)

 

Am Wochenende 25./26. Juli unternahmen wir die Streckenwanderung auf der Wällertour „Greifenstein-Schleife“ mit Übernachtung auf halber Strecke im hessischen Rodenroth. An der abwechslungsreichen Tour haben aus der Wandergruppe teilgenommen (v.li.n.re.): Dirk, Gerd, Reinhard, Anke, Sepp, Elisabeth, Harald, Birgit, Helmut, Petra und Willi.

Entgegen der allgemeinen Beschreibung zur Wällertour wählten Willi und ich in der Vorbereitung den umgekehrten Streckenverlauf vom rheinland-pfälzischen Rehe bis zum hessischen Herborn. Aus unserer Sicht auch die sympathischere Variante, da das Höhenprofil -tendenziell- absteigend war (Der Begriff „tendenziell“ trug im Laufe der Wanderung sehr zur Erheiterung der Gruppe bei und prägte sich besonders bei Sepp besonders ein). Dies machte sich vor allem am ersten Tag an den moderaten Anstiegen und deutlich steileren Abstiegen bemerkbar. Am zweiten Tag waren dafür gefühlt mehr Anstiege vorhanden, aber wie gesagt, es ging ja tendenziell abwärts. 😊

Der Streckenverlauf mit den Highlights ist ausführlich in der gängigen Wanderliteratur zum Westerwald beschrieben. Daher möchte ich hier mehr auf unsere Eindrücke und Erlebnisse während der Wanderung eingehen. Diese wurden von der wunderschönen und abwechslungsreichen Landschaft des Westerwalds bestimmt. Angefangen von den idyllischen Kulissen am Krombachstausee und der schön gelegenen Ulmbachtalsperre führte die Wanderstrecke abwechslungsreich zwischen offenen Wiesen- und Feldwegen und schattigen, schmalen Waldpassagen entlang. Die schattigen Waldpassagen waren uns bei dem sonnigen, trockenen Wetter und den sommerlichen Temperaturen um die 25 °C durchaus willkommen.
Auf den Höhen des Westerwaldes wie dem Knoten, Christköppelchen oder beim Abstecher an die Burg Greifenstein bekamen wir beeindruckende Ausblicke in die landschaftlich, schöne Umgebung geboten.

1. Tag, Samstag

Der Knoten, mit 605 m der höchste Punkt der Greifenstein-Schleife, wurde nicht nur durch die schöne Aussicht geprägt, sondern auch durch die weitläufige Fläche im Windpark und die aufgestellte Sonnenuhr. Dabei geben mächtige Felsquader die Zeiteinteilung vor, die vom Schatten eines nahestehenden Windrades durchlaufen wird. Beim Aufstieg auf das Gipfelplateau erlebten wir einen bizarren Landschaftswechsel, wenn man so wie wir, den Weg vom Wintersportgebiet mit Skilift nimmt. Eine am Beginn des Windparks stehende Schutzhütte nutzten wir gerne für unsere frühe, aber natürlich willkommene Mittagspause am ersten Tag.

Der Knoten selbst markiert zugleich auch den Wechsel zwischen der rheinland-pfälzischen und hessischen Seite des Westerwalds, die zugegeben recht unbemerkt von uns überschritten wurde.

„Hui Wäller! – Allemol!“ hieß es unweit vom Knoten, als wir das Adolf-Weiss-Denkmal erreichten. Der Heimatdichter prägte Anfang des 20. Jhd. den Erkennungsruf und Gruß der Westerwälder.

Das zunehmend trockene Klima und die damit verbundene Wasserknappheit war aber auch entlang der Wanderstrecke immer wieder mal zu erkennen. Bizarre Formen abgestorbener Bäume, weite Landstriche mit trockenen Wiesen, staubtrockene, harte Wege und ausgetrocknete Bachläufe waren sichtbarer Ausdruck der negativen Veränderungen. Besonders auffällig wurde dies am ausgetrockneten Leyenbach-Wasserfall, den wir am ersten Tag passierten. Idyllisch im Wald gelegen war statt einem Wasserfall nur ein Rinnsal zwischen ansonsten blanken Steinen und Felsen vorhanden. Trotzdem bot der schattige Ort einen geeigneten Platz um vor Erreichen unserer Unterkunft eine letzte Pause einzulegen.

Unsere Wanderung endete am ersten Tag nach knapp 18 km mit Erreichen des CVJM Freizeitzentrums in Rodenroth. Für die Übernachtung nutzten wir zwei gemietete Ferienhäuser, die jeweils mit Einzel-, Doppel- und Mehrbettzimmern ausgestattet waren. Es standen uns neben einer Küchenzeile auch ausreichende Waschgelegenheiten und eine Toilette zur Verfügung. Für die Verpflegung nahmen wir am Abendessen bzw. am nächsten Tag am reichhaltigen Frühstück teil. Wir teilten uns den Speisesaal mit einer Gruppe Kinder (Ahoi Matrosen!), die mit ihrem jugendlichen Elan für eine beeindruckende Geräuschkulisse sorgen konnten. Die Versorgung mit alkoholfreien Getränken und die Mitnahme zusätzlicher Wanderverpflegung vom Frühstücksbuffet für den nächsten Tag waren gut organisiert.

Für den Abend organisierten wir uns noch eine gemischte Kiste mit Bier und Radler und eine Flasche Wein. So konnten wir in angenehmer Atmosphäre den späten Nachmittag und Abend in geselliger und gut gelaunter Runde ausklingen lassen. Mit den vorgebrachten Geschichten und lustigen Anekdoten vergingen die Abendstunden wie im Flug und ließen uns heiter zur Nachtruhe übergehen.

2. Tag, Sonntag

Erholt und gut versorgt setzten wir am Sonntag die Wanderung in schon gewohnter Weise fort. Laut Vorhersage war mit niedrigeren Temperaturen als am Vortag, mehr Wind und am Nachmittag etwas Regen zu rechnen. Dieser fiel aber als kleiner Schauer aus und machten keine Regenschutz notwendig. Also insgesamt angenehme Bedingungen.
Die Eindrücke des vorherigen Tages im Wechsel zwischen Feldern, Wald und Wiesen bestimmten auch weiterhin das Landschaftsbild. In der Nähe zum Christköppelchen gelegene Teichanlagen animierten uns zur spontanen Erholungspause in ruhiger, besinnlicher Atmosphäre. Der aus meiner Sicht einzig ernst zu nehmende Anstieg bewältigten wir in Nähe der idyllischen Ulmbachtalsperre. Vom angrenzenden Bachtal führte uns ein steiler Anstieg 800m bis an eine im dichten Wald gelegene Schutzhütte. Auch ein Wegeabschnitt nach Greifenstein verlief tendenziell eher aufwärts. Dank der Anstrengung wurden wir aber mit der imposanten Kulisse der Burgruine Greifenstein, dem Namensgeber der Wällertour, belohnt.

Am Fuße der Burg verbrachten wir unsere Mittagspause. Der anschließende Weg führte uns mit verlassen von Greifenstein durch das Fleißbachtal weiter in Richtung Herborn. Nach einem weiteren ruhigen Abschnitt im Dilltal war das Verkehrstreiben am Ortrand von Herborn schon auffällig. Der Verkehr auf Autobahn und Landstraße verursachte ein stetes Rauschen und vermittelten hektische Betriebsamkeit. Vorbei am Ausgleichsbecken Merkenbach gingen wir die letzten 1,5 km entlang eines Feldweges ehe wir das Ende der Greifenstein-Schleife erreichten. Mit guten 19 km endete gegen 15:45 Uhr erfolgreich die zweite Tagestour.

Für den Rücktransfer nach Rehe nahmen wir zuvor bestellte Taxen und waren zeitig wieder an den abgestellten Autos. Nach Umkleidung und Auffrischung fuhren wir für den Ausklang an den nahegelegenen Campingplatz und kehrten im Restaurant Piccolo Ponte Rosa ein. Mit Getränken, Pizza, Pasta und Salat bescherten wir uns einen geselligen Ausklang zur Greifenstein-Schleife.

Mit der herzlichen Verabschiedung untereinander und der Rückfahrt endete ein schönes, abwechslungsreiches Wochenende auf dem Westerwald.


Ich danke allen Teilnehmern für die abschließende Essenseinladung und das harmonische Miteinander während der Wanderung. Ich behaupte auch im Namen der Gruppe sagen zu können, daß uns allen die Wanderung "Greifenstein-Schleife" und die reizvolle Landschaft des Westerwalds sehr gefallen hat.

Text und Bilder: DN