Erste Bergerlebnisse für die jüngeren Familiengruppenkinder wollten wir ermöglichen, dazu ist die Freiburger Hütte oberhalb von Lech ein idealer Ausgangspunkt
Wir trafen uns also mit fünf Erwachsenen und fünf Kindern im Alter zwischen drei und neun Jahren in Lech, um gemeinsam den ersten Teil der Strecke mit dem Wanderbus zurückzulegen. So war zumindest der Plan, denn ausgerechnet die Organisatoren kamen durch einen Planungsfehler bei der Anfahrt zu spät, merke: Tiefgarage Anger reicht nicht als Ziel, auch der Ort sollte Beachtung finden ;-). Weiter problematisch war das jedoch nicht, war der Weg ja nur noch kurz und gut beschildert.
Lediglich das Wetter machte leider nicht ganz so gut mit, begann der Aufstieg doch mit Nieselregen. So wurde das Zimmerlager schon einmal bezogen und bespielt und als die Gruppe auch mit den Nachzüglern schließlich komplett war, hatte auch der Regen aufgehört und einer ersten Erkundungstour stand nichts mehr im Wege. Das Ziel war schnell klar: ein Bad im Formarinsee, dessen wunderschöne blaue Farbe wir beim Aufstieg schon bewundert hatten. Schnell waren die Badesachen zusammengesucht und das kalte (!) Nass erreicht, das fröhliche Kreischen bezeugte die gelungene Erfrischung. Nach dem erneuten Aufstieg zur Hütte war es auch schon Zeit fürs Abendessen und es wurden Pläne für den nächsten Tag geschmiedet. Da das Wetter uns leider noch immer einen Strich durch die Rechnung machen sollte, entschieden wir uns nach dem Rat der Hüttenwirte zu einer Wanderung zur Laguzalpe.
Am nächsten Morgen dann die Überraschung: über Nacht hatte es auf der Höhe geschneit, die Rote Wand und die anderen umliegenden Gipfel hatten eine weiße Mütze bekommen! Entsprechend frisch waren die Temperaturen, so dass wir mit vielen Kleidungsschichten und winterlich anmutender Ausrüstung aufbrachen. Der Weg war spannend und die Querung einer Kuhweide setzte noch einmal ungeahnte Kräfte bei den Kindern frei. Bei der Mittagsrast im ungemütlichen Nebel wurde dann aber klar, es wird für die Jüngeren doch zu kalt, nach der Stärkung wird der Rückweg angetreten und sich in der gastlichen Freiburger Hütte wieder aufgewärmt. Tabea und Nele, die „großen“ Mädchen der Gruppe, hatten dagegen noch Energie und ließen sich zum Abenteuer „Umrundung der Roten Wand“ motivieren. Die Streckenlänge und das zermürbende Wetter hatten allerdings auch wir Großen unterschätzt, der Weg zog sich ganz schön in die Länge und sogar in ein kleines Schneegestöber sollten wir noch kommen. Gut, dass zum richtigen Zeitpunkt ein paar Pferde bereitstanden, um zwischendurch die Laune zu heben und die beiden Mädchen weiter auch auf den anspruchsvollen ausgesetzten Steigabschnitten noch konzentriert und tapfer weiterliefen. So erreichten wir – nach zwischenzeitlicher Durchgabe der Essenswünsche – nach einem sehr langen Wandertag ebenfalls die Hütte gerade pünktlich zum Abendessen, das heute wirklich sehr verdient war!
Der nächste Tag hielt dann endlich besseres Wetter für uns bereit und so machten wir uns nach dem leckeren Frühstück auf den Weg in Richtung Steinernes Meer. Die Motivation war hoch, also entschieden wir uns dazu, auch den Formaletsch (2292m) zu besteigen. Alle waren zu Recht stolz, ein Gipfelfoto zu machen, der Aufstieg über den Grashang ist steil und nicht zu unterschätzen. Danach ging es weiter ins Steinerne Meer, wo wir auch das jüngste Gruppenmitglied Ella wieder trafen und wir konnten eine wunderschöne Picknickpause auf den warmen Steinen machen, über die unzähligen zum Teil tiefen Spalten springen und nach Fossilien suchen. Dazu und zur Entstehung des Karstgesteins konnte uns Maria spannend die Hintergründe erklären.
Leider war der folgende Tag bereits unser Abreisetag, viel zu schnell war die Zeit vergangen. Da das Wetter heute mit Sonnenschein aufwarten sollte, entschieden wir uns, nicht direkt den Wanderbus für den Rückweg zu nutzen, sondern entlang des Lech abzusteigen. Ein wunderschöner Weg, auf dem die Kinder unzählige Entdeckungen machten und wir eine ausgedehnte Sonnenpause einlegten. Plötzlich meinte es der Wettergott doch noch gut mit uns und es wurden T-Shirt und Sonnencreme ausgepackt. Entsprechend langsam kamen wir allerdings voran und nach den vorangegangenen Wandertagen wurde klar, dass die Kinder (heute ja auch mit Gepäck!) nicht den kompletten Abstieg zu Fuß würden machen können. Was für ein Glück, dass Florian sich bereiterklärte, den Rest des Weges mit allen Kindern und einem Großteil des Gepäcks mit dem Bus nach Lech zu fahren, so dass die Frauen den noch durchaus sportlichen Weg mit zügigem Wandertempo zurücklegen konnten.
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